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Venue

Foyer Neustädter Rathaus

Date

01 Feb 2023 - 18 Mar 2023

Exhibition Type

Solo

(See below for English)

Neun junge Menschen wurden am 19. Februar 2020 in Hanau aus rassistischen Motiven ermordet, weitere Betroffene zum Teil schwer verletzt und traumatisiert. Zum dritten Jahrestag präsentieren wir hier im Foyer des Neustädter Rathauses die Ausstellung „Drei Jahre Erinnerung und Aufklärung“, die in Zusammenarbeit zwischen der unabhängigen Ermittlungsagentur Forensic Architecture/Forensis und Angehörigen, Überlebenden und der Initiative 19. Februar Hanau entstanden ist.

„Die Wahrheit liegt in diesem Raum”, hat einer der Angehörigen zu dieser Ausstellung formuliert. Seit drei Jahren kämpfen wir, Angehörige und Überlebende, für lückenlose Aufklärung. Jeden Tag suchen wir nach Antworten auf unzählige offene Fragen und übernehmen dabei Aufgaben, die eigentlich die Behörden hätten erfüllen sollen.

Unseren Forderungen nach Gerechtigkeit und Aufklärung wurde mit einer ohrenbetäubenden Stille begegnet. Alle wissen, dass es zum Mordanschlag in Hanau keinen Gerichtsprozess gibt. Der parlamentarische Untersuchungsausschuss im Hessischen Landtag lässt bislang zentrale Fragen unbeantwortet und scheint ohne jegliche Konsequenzen zu bleiben, zumal die Landesregierung eine Aufarbeitung weitgehend blockiert.

Seit dem 19. Februar 2020 recherchieren wir rast- und pausenlos, um den wahren Abläufen vor, in und nach der Tatnacht näher zu kommen. Wir ermitteln und rekonstruieren, wir konfrontieren die Politik mit unseren Fragen, wir tragen die Erinnerungen an die Opfer in die Öffentlichkeit. Aus dieser anhaltenden Arbeit ist diese Ausstellung entstanden, die dazu beitragen soll, zu sensibilisieren und unsere Forderungen nach Aufklärung, Gerechtigkeit und Konsequenzen bei Behörden und in der Politik zu unterstreichen.

Mittels einer Zeitleiste, in Video-Rekonstruktionen und in Audio-Beiträgen wird die Tatnacht in der Ausstellung detailliert dokumentiert. Dabei werden nicht zuletzt Fehler und Versäumnisse der Polizei thematisiert. Der zweite Teil der Ausstellung zeichnet den Kampf der Angehörigen, Überlebenden und ihrer Unterstützerinnen und Unterstützer um Erinnerung und Aufklärung nach.

Als Bestandteil der Ausstellung “Three Doors“ wurden diese Exponate im Sommer 2022 erstmals im Frankfurter Kunstverein gezeigt, im November und Dezember 2022 wurden sie im Haus der Kulturen der Welt in Berlin präsentiert. In den kommenden Monaten wird die Ausstellung in weiteren Städten zugänglich sein.

Die Ausstellung in Hanau ist ein Kooperationsprojekt von Forensic Architecture/Forensis und der Initiative 19. Februar Hanau. Sie wird koproduziert mit dem Haus der Kulturen der Welt, Berlin und dem Frankfurter Kunstverein mit Unterstützung der Stadt Hanau, des Kulturfonds Frankfurt RheinMain und der Bundeszentrale für politische Bildung.

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Nine young people were murdered in Hanau on 19 February, 2020 in a racist terror attack, while other victims were injured and traumatized. For the third anniversary of the terror attack, the exhibition “Three Years of Remembrance and Clarity”, which was created in collaboration between Forensic Architecture/Forensis, Initiative 19. Februar Hanau as well as relatives and survivors, will be exhibited in the foyer of the Hanau Town Hall.

“The truth lies in this room,” said one of the members of the exhibition. For three years, relatives and survivors have been fighting for justice and clarity, looking for answers to countless questions, taking on tasks that should have been carried out by the authorities. Their demands for justice and clarity have been met with a deafening silence. There was no trial for the assassinations in Hanau. The parliamentary investigative committee in the Hessian state parliament has thus far left central questions unanswered, at the same time as the state government continues to block a review.

Since February 19, 2020, researchers have been trying to get closer to the real processes which took place before, during and after the night of the attack. They have investigated and reconstructed the events, confronted politicians with questions, publicising the memories of the victims. This exhibition emerges out of this ongoing work, and is intended to raise awareness of and underline our demands for clarification, justice and accountability from the authorities responsible.

The exhibition documents in detail the night of the crime, using a timeline, video reconstructions and audio contributions; as well as shining a light on the mistakes and omissions of the police during their response to the attack. The second part of the exhibition traces the struggle of relatives, survivors and their supporters for both remembrance and clarity.

As part of the “Three Doors” exhibition, these materials were shown for the first time in the summer of 2022 at the Frankfurter Kunstverein, and in November and December 2022 they were presented at the Haus der Kulturen der Welten in Berlin. The exhibition will travel to other cities in the coming months.

The exhibition in Hanau is a collaborative project between Forensic Architecture/Forensis and the Initiative 19. Februar Hanau. It is co-produced with the HKW, Berlin and the Frankfurter Kunstverein with the support of the City of Hanau, the Kulturfonds Frankfurt RheinMain and the Federal Agency for Civic Education.

Team

Forensic Architecture Team

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